Freitag, 10. Oktober 2014

Datt kann wech

In der Falle von Kunst gefangen stellt sich die Frage, wie komme ich da raus? Sobald das Etikett Kunst einer Sache anhaftet wird sie zahnlos, entweder nach dem Motto: "Das ist Kunst? Ach datt hat der Beuys auch schon gemacht. Ist mir egal, sollen die mal machen. Kunst interessiert mich nicht." Die Position der Ignoranz. Oder im Umkehrschluss, das ist Kunst und deshalb anbetungswürdig und der Kniefall in der atheistischen Kirche erfolgt.

Eine Möglichkeit dieser Falle zu entkommen, ist der Versuch, einfach Dinge in die Kakophonie des öffentlichen Raumes einzufügen. Allerdings ohne den üblichen Werbeimperativ: "Kauf Du Sau!" Das Ganze raus aus dem Schutzraum des Kunstbetriebes zu nehmen, als eine Stimme unter vielen einfach für sich stehen zu lassen und es nicht besonders zu markieren. Die Banalisierung nicht des Kunstwerkes, sondern des Kontextes, des Rahmens.




Aktionen und Kostümierung nicht als Performance oder Intervention anzukündigen, sondern sie einfach im Alltag geschehen lassen, beim Einkaufen oder Spazieren gehen. Dern immerwährenden dadaistischen Karneval schlicht im "normalen" Leben abzufeiern. Nicht nach der beliebten spießbürglichen Art ein paar Tage im Jahr die Sau raus lassen, dann wieder erfrischt zurück zum Dienst nach Vorschrift in Bank und Amtsstube.

Oder eBay als Rahmen zu nutzen und statt den Versuch zu unternehmen in exklusive Kunstvereinskreise oder Milliadärcliquen zu gelangen, die Kunst einfach für Jedermann erschwinglich anzubieten. "Kunst für alle" nicht als Lippenbekenntnis, sondern einfach per Netz für übers Sofa zu ordern.




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